Saxophon

Saxophon

Gattung und Bauweise

Obwohl es auf den ersen Eindruck wie ein Blechblasinstrument daherkommt, gehört das Saxophon doch zur Familie der Holzblasinstrumente. Entscheidend für die Einordnng ist nämlich nicht die Beschaffenheit des Korpus (aus Metall, Goldmessing, Neusilber, Kupfer) sondern die Art der Tonerzeugung. Beim Saxophon geschieht das durch die Vibration eines Holzrohrblattes.

Das Saxophon besteht im wesentlichen aus drei Teilen: dem Korpus, dem S-Bogen und dem Mundstück, unter dem ein einfaches Holzrohrblatt angebracht ist. Vor jedem Spielen müssen diese Teile, zusammengebaut werden. Mundstück und die Beschaffenheit des Blattes, das in verschiedenen Härte- und Stärkegraden angeboten wird, sind wesentlich verantwortlich für den Sound des Saxophons.

Das augenfälligste Merkmal des Saxophons ist die gebogene Form seines Korpus, der eine konische (sich nach unten verbreiternde Bohrung) aufweist, die in den ausladenden, trichterförmigen Schallbecher mündet. Diese gebogene Form gilt allerdings nicht für das Sopran Saxophon, das meist in gerader Form - ähnlich der Klarinette - gebaut ist.

Aufgrund seiner konischen Form überbläst das Saxophon anders als die Klarinette in die Oktave, so dass die Griffe der ersten und zweiten Oktave sich nur durch die Benutzung der Oktavklappe unterscheiden. Die Klappen über den Tonlöchern werden von einer ausgefeilten Mechanik aus Deckeln, Federn und Hebeln geöffnet oder geschlossen. Für das direkte Abdecken von Tonlöchern - wie bei der Blockflöte oder der Klarinette - sind die Tonlöcher beim Saxophon zu groß. Unter den Klappen sitzen - zum luftundurchlässigen Verschluss - mit Leder überzogene Filzposter, die häufig mit Resonatoren aus Metall oder Kunststoff ausgestattet sind. Diese komplexe Mechanik ist der empfindlichste Teil des Saxophons. Ist sie beschädigt oder verschlissen, kann das bis zur Unspielbarkeit des Instruments führen. Der Korpus selber ist häufig mit einer Schutzschicht aus Klar- oder Goldlack ünerzogen.

Saxophone werden in verschiedenen Größen und Stimmungen gebaut. Vom Sopran Saxophon (und dem noch kleineren Sopranino) bis zum Bass Saxophon deckt die Familie der Saxophone von der hohen bis zur tiefen Lage alle Stimmlagen ab.

Geschichte

Das Saxophon ist ein relativ junges Instrument, das Adolphe Sax (geb. 6. November 1814),als Sohn des belgischen Kunsttischkers und Instrumentenbauers Charles Joseph Sax, erst um das Jahr 1842 herum erfand. In diesem Jahr übersiedelte Adolphe Sax von Brüssel nach Paris, wo er sein Bass Saxophon dem Komponisten Hector Berlioz vorführte, der - vollauf begeistert - ihm eine große Zukunft in der Orchestermusik voraussagte. Der offizielle Patentantrag für die komplette Saxophonfamilie wurde aber erst 1846 gestellt.

Die ersten Triumphe feierte das Saxophon aber in der Militärmusik, deren herkömmliche Besetzung bald mit Saxophonen ergänzt wurde. Die Würdigung seines Lebenswerkes und die außerordentliche Popularität der Saxophone im 20. Jh. hat Adolphe Sax allerdings nicht mehr miterleben dürfen. Er starb am 7. Februar 1894 vollkommen verarmt.

Mit seiner Verwendung im Jazz im 20. Jh. wuchs die Popularität des Saxophons und auch E-Musik-Komponisten wie Hector Berlioz, Georges Bizet, Maurice Ravel, Richard Strauss und Kurt Weill - um nur einige zu nennen - nahmen sich in ihren Kompositionen seiner an.

Aber besonders eng verbunden mit dem Saxophon sind die Namen bekannter Jazzmusiker wie Charlie Parker, John Coltrane u.v.a., die die Saxophonspielweise und seine vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten entscheidend beeinflusst haben. Ihr individueller und unverwechselbarer Sound wäre auf anderen Blasinstrumenten wohl unmöglich gewesen.